Fitnessarmband

Ratgeber, Tipps & Trends 2020

Fitnessarmbänder: Alles, was du über die Wearables wissen musst

Fitnessarmbänder erfreuen sich großer Beliebtheit. Die kompakten Tracker ähneln herkömmlichen Armbanduhren, sind aber mit deutlich mehr Funktionen ausgestattet. Sie zeichnen körperliche Aktivitäten auf, überwachen wichtige Vitalwerte und analysieren deinen Schlaf. Damit sind sie mehr als nur ein nützlicher Helfer beim Sport: Sie helfen dir dabei, dich selbst zu optimieren und motivieren dich zu einem gesünderen Lebensstil. Das Angebot an Aktivitätstrackern ist riesig. Sie reicht von günstigen, einfach gehaltenen Einsteigervarianten bis hin zu Premium-Wearables mit umfangreicher Ausstattung. Welches Fitness-Armband am besten zu dir passt, hängt ganz davon ab, welche Features dir wichtig sind.

Welche Arten von Fitnessarmbändern gibt es?

Fitnessarmbänder sind nicht ganz so komplex wie Smartwatches. Sie lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Neben teuren Modellen mit großem Touch-Display und einem hohen Funktionsumfang gibt es auch günstigere Tracker, die sich auf die Messung von Beschleunigung und Puls konzentrieren und deine Schlafgewohnheiten aufzeichnen können. Diese haben in der Regel ein deutlich kleineres Display und stellen etwaige Daten nur eingeschränkt dar. Die schlichtesten Fitnessarmbänder sind die sogenannten Activity-Tracker. Sie zählen lediglich die Schritte, die du am Tag gelaufen bist. Eines haben all die genannten Wearables gemeinsam: Sie können per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden. Über eine entsprechende App lässt sich oftmals sogar ein Tagesziel definieren. In diesem Fall zeigt dir das Sportarmband nicht nur an, was du bereits geleistet hast – sondern erinnert dich auch daran, wie viel noch zu tun ist.

Spezielle Fitness-Tracker für einzelne Sportarten gibt es nicht. Die Grenzen gehen fließend ineinander über: Ob sich ein bestimmtes Modell als digitaler Trainingspartner eignet, hängt maßgeblich von den benötigten und gebotenen Funktionen ab. Die besten Fitness-Armbänder haben einen Modus, der sich individuell auf deine sportlichen Aktivitäten einstellen lässt. Sie machen es möglich, verschiedene Trainingskonzepte miteinander zu kombinieren.

Wie funktionieren Fitnessarmbänder?

Fitnessarmbänder verfügen über eine Reihe von Technologien, die dir bei der Analyse deiner Aktivitäten und Verhaltensweisen helfen. Ihre Kernaufgabe ist es, die zurückgelegten Schritte zu zählen und deine Herz- und Pulsfrequenz zu überwachen. Hierzu bedienen sich die Wearables eines zwei- oder dreiachsigen Beschleunigungssensors und eines optischen Herzfrequenzmonitors. Dieser misst die Anzahl der Herzschläge pro Minute mithilfe zweier LEDs, die auf die Haut strahlen. Aus dem zurückreflektierten Licht leitet ein optoelektrischer Sensor den Pulsschlag ab. Diese Messung ist sowohl am Handgelenk als auch am Brustkorb möglich. Für die Bestimmung am Brustkorb ist allerdings ein zusätzlicher Brustgurt erforderlich. Setzt du dich in Bewegung und beginnst zu schwitzen, startet ein Hautreaktionssensor die Überwachung. Viele Fitness-Armbänder sind darüber hinaus mit einem

  • geographischen Positionierungssystem (GPS)
  • Bioimpedanzsensor
  • Umgebungslichtsensor
  • Thermometer

ausgestattet. Während das GPS eine genaue Bestimmung deines Standortes und damit auch die Aufzeichnung zurückgelegter Strecken ermöglicht, erkennen Bioimpedanzsensoren die Atem- und Herzfrequenz sowie die Flüssigkeitszufuhr. Umgebungslichtsensoren sorgen für eine automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit.

Worin unterscheiden sich Damen- und Herrenmodelle?

Um sicherzustellen, dass die Fitness-Tracker an jedem Handgelenk gut sitzen, gibt es neben verschiedenen Gehäusegrößen Armbänder in unterschiedlichen Längen. Einige Hersteller bieten auch spezielle Fitnessarmbänder für Frauen an. Diese kommen mit einem anderen Design beziehungsweise in einer anderen Farbe auf den Markt, weisen aber keine technischen Unterschiede zu Sportarmbändern für Herren auf. Zusätzliche Funktionen wie zum Beispiel ein Menstruationskalender sind nicht an Bord. Solche Sonderausstattungen sind – wenn sie überhaupt bereitgestellt werden – Sache der zugehörigen App.

Welches Fitnessarmband passt zu dir?

Grundsätzlich eignen sich Fitnessarmbänder für alle Menschen, die ihre Aktivitäten kontrollieren und sich zu mehr Bewegung motivieren möchten. Dass sie sich hinsichtlich ihres Funktionsumfangs unterscheiden und nicht alle gleich verarbeitet sind, kann bei der Wahl des Modells allerdings eine wichtige Rolle spielen. So benötigst du als Schwimmer und Taucher eine ausgesprochen widerstandsfähige Sportuhr, die auch mehrere Meter unter Wasser getragen werden kann. Ein einfacher Spritzwasserschutz reicht hier gerade nicht aus – solche Modelle würden keinen Tauchgang überleben. Optimal ist es, wenn der Tracker sich an deinen Schwimmbewegen orientieren und die zurückgelegten Bahnen zählen kann. Wasserdichtigkeit kann sich auch bei Radsportlern als hilfreich erweisen: Ein entsprechendes Fitness-Armband nimmt keinen Schaden, wenn du mal in den Regen kommst. Sinnvolle Funktionen sind neben Atmungs- und Pulsüberwachung auch der Distanzmesser und die Standortbestimmung über GPS. Hiervon profitieren auch Bodybuilder und Läufer. Als praktisches Extra kann sich ein integrierter Höhenmeter oder eine Messfunktion der Etagen erweisen.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Bei der Suche nach dem passenden Fitnessarmband spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Entscheidend ist nicht nur das Design, sondern auch und vor allem die Funktionalität, die der Fitnesstracker zu bieten hat. Zu den wichtigsten Kriterien beim Kauf zählen:

  • Akku
  • Display
  • Ergonomie
  • Sensoren und Sportarten
  • Smartphone-Kompatibilität
  • Wasserdichtigkeit
  • Zusatzfunktionen

Akku
In modernen Fitnessarmbändern ist zumeist ein Akku verbaut. Da die Wearables sehr sparsam arbeiten, kann eine Laufzeit von sechs bis acht Tagen in der Regel problemlos erreicht werden. Einfache Tracker, die auf wesentliche Funktionen beschränkt sind, halten zumeist länger durch. Hier sind Laufzeiten von zwei Wochen und mehr keine Seltenheit. Nach wie viel Zeit der Akku in der Praxis tatsächlich aufgeladen werden muss, ist von Modell zu Modell verschieden. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch, mit welchen Funktionen und Funkmodulen das Sportarmband jeweils ausgestattet ist. Ist zum Beispiel das GPS eingeschaltet, verbraucht der Fitness-Tracker deutlich mehr Energie. Während Fitness-Armbänder mit Akku ganz normal mithilfe eines regulären Ladekabels aufgeladen werden, musst du bei batteriebetriebenen Sportarmbändern mit einem regelmäßigen Wechsel der Batterien rechnen. Hierdurch entstehen Folgekosten.

Display
Die Mehrheit der Fitnesstracker in Armbandform sind mit einem Display ausgestattet. Es gibt aber auch Modelle, die auf einen Bildschirm verzichten: Fortschritt und Status werden hier durch LEDs angezeigt. Die Auslesung der Daten findet über die zugehörige App statt. Der Vorteil dieser Variante ist der geringere Stromverbrauch. Kleine Displays sind vergleichsweise sparsam, lassen sich manchmal allerdings nur schwer ablesen. Auch können sie nur wenige Informationen gleichzeitig anzeigen. Vollwertige Touchscreens sind in dieser Größenordnung durchaus zu finden. Legst du Wert auf umfangreiche Steuerungsfunktionen, bietet sich ein Fitnessarmband in Uhrenform an. Die Qualität des Displays ist von der verbauten Technik abhängig: Zwar reichen LCDs in vielen Fällen aus, das beste Bild aber bieten OLED-Displays.

Ergonomie
Dein Fitness-Armband trägst du die meiste Zeit am Arm. Aus diesem Grund ist ein hoher Komfort besonders wichtig: Mit seiner Form muss der Tracker gut an dein Handgelenk passen, bei körperlichen Aktivitäten darf er nicht stören. Kaum zu spüren sind leichte Sportarmbänder mit einem Gewicht von 20 bis 50 Gramm. Da harte und starre Bänder Druckstellen verursachen können, sind Varianten mit einem flexiblen, weichen Band aus Kunststoff oder Silikon besonders beliebt. Auch der Verschluss des Armbandes ist ein wichtiges Kriterium für den Kauf. Die von vielen Herstellern verwendeten Knopfverschlüsse, bei denen du die Knöpfe einfach in die vorgestanzten Löcher drücken musst, machen das einhändige Schließen des Sportarmbands schwer. Auch können sie sich unbemerkt öffnen, wenn du mit dem Verschluss hängen bleibst. Mit herkömmlichen Schnallenriemen kann dir das nicht passieren.

Sensoren und Sportarten
Es gibt Geräte, die die jeweils ausgeübte Sportart anhand des Beschleunigungssensors automatisch erkennen. Dieser kann zwischen Gehen, Laufen und Radfahren unterscheiden. Manche Fitnessarmbänder erkennen auch die Bahnen, die du schwimmst. Andere Tracker bieten dir zumindest die Möglichkeit, die Sportart manuell auszuwählen und weitere Optionen zu nutzen. Die Genauigkeit der Messungen kann durch Sensoren wie Barometer und GPS erhöht werden.

Smartphone-Kompatibilität
Für ihre Fitnessarmbänder stellen Hersteller in der Regel eine App für Mobilgeräte zur Verfügung, die die gesammelten Daten synchronisiert. Diese funktioniert in den meisten Fällen sowohl auf Android- als auch auf iOS-Smartphones. Es gibt aber auch Modelle, die lediglich ein System unterstützen. Achte daher vor dem Kauf darauf, ob die gewünschte Fitnessuhr mit deinem Handy kompatibel ist.

Wasserdichtigkeit
Einen Wasserschutz weisen die meisten Fitnessarmbänder auf. Zum Schwimmen sind allerdings nur wenige geeignet: Liegt der Wasserschutz bei weniger als 40 Metern, ist der Tracker lediglich vor Spritzwasser geschützt. Möchtest du deine Sportuhr auch für Tauchgänge nutzen, sollte sie einem Druck von mindestens 100 Metern Wassersäule standhalten.

Zusatzfunktionen
Kostspieligere Fitnessarmbänder sind häufig mit einem integrierten Musikplayer ausgestattet. Sie haben einen internen Speicher, auf dem du deine Songs speichern kannst, und ermöglichen die Übertragung der Daten über ein USB-Kabel oder WLAN. Tracker mit Near Field Communication (NFC) kannst du zum kontaktlosen Bezahlen nutzen.

Wie pflege ich mein Fitnessarmband?

Fitnessarmbänder sind pflegeleicht und robust. Ihre hohe Schutzklasse verhindert das Eindringen von Staub und Wasser. Viele Modelle kannst du dank IP-Zertifizierung einfach mit unter die Dusche nehmen. So reduziert sich der Aufwand auf ein Minimum. Eine sorgfältige Reinigung der Sportuhr empfiehlt sich allerdings nach einem intensiven Training im Freien. Nutze ein Putztuch oder einen weichen Schwamm, um das Gadget abzuwischen. Hierzu kannst du einige Tropfen Flüssigseife oder Spülmittel verwenden. Wasserdichte Fitnesstracker kannst du anschließend unter fließendem Wasser abspülen und dann mit einem trockenen Tuch abreiben.

Welche Fitnessarmbänder sind besonders empfehlenswert?

Für den Kauf eines Fitnessarmbands gilt ein einfacher Grundsatz: Je umfangreicher die Ausstattung ist, desto mehr wirst du ausgeben müssen. Die Bandbreite ist enorm. Doch schon im unteren Preissegment kannst du gute Modelle finden.

Ein echter Preis-Leistungs-Tipp ist das wasserdichte Xiaomi Mi Band 4: Es überzeugt nicht nur mit einer hohen Genauigkeit bei der Schrittzählung, sondern auch mit einer besonders langen Akkulaufzeit. Mit einem Gewicht von nur 22 Gramm ist der Fitness-Tracker auch angenehm leicht. Das helle, scharfe Farb-OLED-Display lässt sich sehr gut ablesen. Die dargestellten Informationen sind allerdings ziemlich klein. Auf Zusatzfunktionen musst du beim Xiaomi Mi Band 4 weitestgehend verzichten. Ein Audio-Player ist ebenso wenig an Bord wie GPS oder NFC. Durch die Kopplung mit dem Smartphone ist das Tracking von Geh-, Lauf- und Rad-Routen trotzdem möglich. Weiterhin zählt das kompakte Fitnessarmband Kalorien und Schritte, misst deinen Puls und analysiert deinen Schlaf.

Eines der derzeit besten – aber auch teuersten – Fitnessarmbänder ist das mit neuen Funktionen und Sensoren ausgestattete Garmin Vivoactive 4. Es erkennt Sportarten anhand deiner Bewegungen und ist zur Messung der Außentemperatur, der Trittfrequenz und des Sauerstoffgehalts im Blut in der Lage. Auch deinen Menstruationszyklus und deinen Wasserkonsum behältst du mit dem wasserdichten Tracker ganz einfach im Auge. Das Gerät mit dem farbigen LD-Display zeichnet sich durch einen integrierten Audioplayer, einen internen Speicher und eine sehr hohe Genauigkeit beim Zählen der Schritte aus. Ein Brustgurt ist im Lieferumfang enthalten.

Zu den beliebtesten Fitnesstrackern zählen der Fitbit Versa 2, der Fitbit Ionic und der Samsung Gear Fit2 Pro. Sie alle erfüllen die wesentlichen Kernaufgaben, weisen eine hohe Genauigkeit auf und sind sowohl mit Android- als auch mit iOS-Geräten kompatibel. Der mit einem auch bei Sonnenschein gut ablesbaren AMOLED-Display ausgestattete Fitbit Versa 2 bietet mit Bluetooth, GPS, NFC und WLAN zahlreiche smarte Funktionen. Er kommt zudem mit einem Musikplayer daher. Mit dem Fitbit Ionic kannst du gleich sieben Sportarten tracken. Auch hier sind ein Musikplayer und NFC an Bord. Die zugehörige App bietet dir nicht nur die Möglichkeit, deine Trainingsergebnisse nachzuschlagen, sondern auch deine Essgewohnheiten festzuhalten. Auch der Samsung Gear Fit2 Pro ist vielseitiger Begleiter im Alltag: Das wasserdichte Gadget mit dem gebogenen Display zeichnet sich durch eine Spotify-Anbindung aus und ist mit Bluetooth, GPS und WLAN-Schnittstelle ausgestattet. Die Kapazität des Akkus ist allerdings vergleichsweise gering.